Was macht Europas Nationalparks aus?
Europas Nationalparks könnten unterschiedlicher kaum sein. In Kroatien führen Holzstege zwischen Seen und Wasserfällen hindurch, in Norwegen beginnen Wanderwege auf weiten Hochebenen und auf Island liegen Gletscher, Lavafelder und schwarze Sandflächen oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Weiter südlich prägen Kalksteinberge, Schluchten und mediterrane Küsten die Schutzgebiete. Gerade auf einer Rundreise lohnt es sich, für diese Orte einzuplanen. Denn viele Nationalparks erschließen sich nicht an einem einzelnen Aussichtspunkt, sondern – auf Wanderwegen, kleinen Straßen und bei Stopps abseits der bekannten Fotomotive.
Die 9 schönsten Nationalparks
1 Plitvicer Seen
Im Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien sind 16 größere Seen durch Bäche und Wasserfälle miteinander verbunden. Holzstege und Wanderwege führen direkt durch die wasserreiche Landschaft und immer wieder dicht am Ufer entlang. Besonders ruhig ist es am Morgen, bevor viele Tagesgäste eintreffen. Seit 1979 gehören die Plitvicer Seen zum UNESCO-Welterbe.
2 Hardangervidda
Auf der Hardangervidda zeigt sich Norwegen weit und offen. Die größte Hochebene Europas liegt größtenteils oberhalb der Baumgrenze und ist von Seen, Mooren, Felsen und karger Vegetation geprägt. In der Region lebt außerdem eine der größten wilden Rentierpopulationen Europas. Am westlichen Rand lohnt sich ein Abstecher zum Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens.
3 Skaftafell
Skaftafell gehört heute zum Vatnajökull-Nationalpark und ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen im Süden Islands. Vom Besucherzentrum führen Wege zu Aussichtspunkten, Gletscherzungen und zum Wasserfall Svartifoss mit seinen dunklen Basaltsäulen. Das Spannende ist die Nähe sehr unterschiedlicher Landschaften: grüne Hänge, schwarzes Gestein und Eis liegen hier erstaunlich dicht beieinander.
4 Lahemaa
Nur rund eine Autostunde östlich von Tallinn beginnt der Lahemaa-Nationalpark. Estlands ältester Nationalpark umfasst Wälder, Moore, Küstenabschnitte und kleine Fischerdörfer. Holzstege führen durch die Moorlandschaften, während sich an der Ostseeküste ruhige Buchten und große Findlinge finden. Wer Estland mit dem Auto bereist, kann Lahemaa unkompliziert in eine Rundreise einbauen.
5 Cairngorms
Der Cairngorms National Park umfasst einen großen Teil der schottischen Highlands. Berge und Hochflächen wechseln sich mit Kiefernwäldern, Seen und kleinen Orten ab. Viele Wanderungen beginnen direkt an den Straßen durch den Nationalpark, sodass sich auch kürzere Stopps gut einplanen lassen. Mit etwas Geduld lassen sich Rothirsche und verschiedene für die Highlands typische Vogelarten beobachten.
6 Picos de Europa
Die Picos de Europa liegen im Norden Spaniens zwischen Asturien, Kantabrien und Kastilien und León. Steile Kalksteinberge, enge Täler und kleine Bergdörfer bestimmen das Bild. Eine der bekanntesten Wanderungen ist die Ruta del Cares, die durch eine tief eingeschnittene Schlucht führt. Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet außerdem zahlreiche Aussichtspunkte entlang der Bergstraßen.
7 Cinque Terre
Der Nationalpark Cinque Terre umfasst einen schmalen Küstenabschnitt der italienischen Riviera mit den fünf Orten Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Wanderwege verbinden Weinberge, Terrassen und Dörfer oberhalb des Ligurischen Meeres. Das Auto kann hier getrost stehen bleiben: Zwischen den Orten verkehren Züge, und viele Abschnitte lassen sich zu Fuß erkunden.
8 Burren
Der Burren im Westen Irlands sieht auf den ersten Blick überraschend karg aus. Große Kalksteinflächen ziehen sich über die Landschaft, dazwischen wachsen jedoch zahlreiche Pflanzenarten in den schmalen Felsspalten. Wanderwege führen durch dieses ungewöhnliche Karstgebiet und vorbei an Spuren jahrtausendealter Besiedlung. Die Cliffs of Moher liegen ebenfalls in der weiteren Burren-Region.
9 Dartmoor
Dartmoor im Südwesten Englands ist geprägt von offenem Heideland, Moorflächen und den sogenannten Tors – markanten Granitfelsen, die vielerorts aus der Landschaft ragen. Schmale Straßen führen durch den Nationalpark und regelmäßig laufen Dartmoor-Ponys am Straßenrand vorbei. Zwischen Wanderungen stößt man auf kleine Dörfer, alte Steinbrücken und Zeugnisse einer sehr langen Besiedlungsgeschichte.
Wann ist die beste Reisezeit, um Europas Nationalparks zu besuchen?
1 Frühling
Im Frühling werden viele Nationalparks wieder gut zugänglich. In tieferen Lagen blühen die ersten Pflanzen, während in den Bergen teilweise noch Schnee liegt. Für Kroatien, Spanien oder Italien sind April und Mai besonders interessant, weil die Temperaturen meist angenehmer zum Wandern sind als im Hochsommer.
2 Sommer
Der Sommer bringt lange Tage und öffnet auch viele höher gelegene Wanderwege. Das ist besonders für Norwegen, Schottland und Island praktisch. Gleichzeitig ist in bekannten Nationalparks mehr los. Wer Plitvice oder Cinque Terre besuchen möchte, sollte möglichst früh am Tag starten.
3 Herbst
Im September und Oktober werden viele Wege wieder ruhiger. Wälder verändern ihre Farbe, die Temperaturen eignen sich vielerorts noch gut zum Wandern und an beliebten Aussichtspunkten nimmt der Andrang ab. In nördlichen Nationalparks werden die Tage allerdings bereits deutlich kürzer.
4 Winter
Im Winter hängt vieles vom jeweiligen Nationalpark ab. In Island, Schottland und Norwegen können Schnee, Eis und kurze Tage die Planung bestimmen, während südlichere Regionen weiterhin gut bereisbar sein können. Öffnungszeiten, Straßenverhältnisse und zugängliche Wanderwege sollte man deshalb vorab prüfen.
Tipps, um Nationalparks zu erkunden
- Für Wanderungen und Aussichtspunkte genügend Zeit einplanen
- Möglichst früh starten, besonders in stark besuchten Nationalparks
- Auf markierten Wegen bleiben und lokale Schutzregeln beachten
- Wetter und Straßenverhältnisse am Morgen noch einmal prüfen
- Wasser, Proviant und passende Kleidung für unterwegs mitnehmen
- Tiere aus Abstand beobachten und nicht füttern
- Vor längeren Wanderungen Route, Höhenmeter und Rückweg prüfen
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