Willkommen im Baltikum!
Zwischen mittelalterlichen Ordensburgen und barocken Residenzen lässt sich im Baltikum Geschichte an vielen Orten direkt erleben. Estland, Lettland und Litauen waren über Jahrhunderte von wechselnden Herrschaften und kulturellen Einflüssen geprägt. Davon erzählen bis heute Burgen, Schlösser und ehemalige Adelssitze. Unsere Auswahl führt zu sechs historischen Bauwerken in allen drei baltischen Ländern. Schloss Rundāle und Schloss Kadriorg stehen für die barocke Epoche, während die Burgen Turaida und Cēsis ins Mittelalter führen. Die Wasserburg Trakai liegt auf einer Insel im Galvė-See, das Rigaer Schloss dagegen mitten in der lettischen Hauptstadt. So zeigt jeder Ort ein anderes Kapitel baltischer Geschichte.
Die schönsten Schlösser und Burgen im Baltikum
Von mittelalterlichen Wehranlagen bis zu Residenzen des 18. Jahrhunderts: Diese sechs Schlösser und Burgen stehen für unterschiedliche Epochen und Regionen Estlands, Lettlands und Litauens.
1 Schloss Rundāle
Im Süden Lettlands liegt mit Schloss Rundāle eine der bekanntesten Barockresidenzen des Landes. Errichtet wurde die Anlage im 18. Jahrhundert als Residenz der Herzöge von Kurland und Semgallen. Den Entwurf lieferte der Architekt Francesco Bartolomeo Rastrelli, der auch für sein Arbeiten am Winterpalast in St. Petersburg bekannt ist. Im Inneren können Besucher reich ausgestattete Säle und herzogliche Wohnräume besichtigen. Hinter dem Schloss erstreckt sich ein nach französischem Vorbild angelegter Barockgarten mit Alleen, Ornamentbeeten und einem großen Rosengarten. Wer Rundāle besucht, sollte deshalb nicht nur Zeit für das Schloss selbst, sondern auch für einen Rundgang durch die Gartenanlage einplanen.
2 Trakai Wasserburg
Rote Backsteinmauern, mehrere Wehrtürme und rundherum Wasser: Die Wasserburg Trakai steht auf einer Insel im Galvé-See westlich von Vilnius. Eine Fußgängerbrücke führt vom Ufer direkt auf die Burginsel. Die Anlage entstand im 14. und 15. Jahrhundert und war zeitweise eine wichtige Residenz der litauischen Großfürsten. Heute befindet sich in den historischen Räumen ein Museum, das unter anderem die Geschichte Trakais und des Großfürtentums Litauen behandelt. Mindestens genauso interessant ist die Lage selbst. Vom Ufer, von einer Bootsfahrt oder einem Spaziergang rund um den See eröffnen sich immer wieder neue Blicke auf die Burg.
3 Burg Turaida
Hoch über dem Gauja-Tal steht die mittelalterliche Burg Turaida in einer der schönsten Landschaften Lettlands. Die Ursprünge der Burg reichen bis ins Jahr 1214 zurück, als Bischof Albert von Riga eine steinerne Festung errichten ließ. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage immer wieder erweitert und verändert.
Heute ist die Burg Teil des weitläufigen Turaida-Museumsreservats nahe Sigulda. Neben der Burg gehören historische Gebäude, eine Kirche und der Volksliederpark zum Gelände. Vom Hauptturm reicht der Blick weit über das Gauja, Tal. Bekannt ist Turaida außerdem für die Legende der „Rose von Turaida", deren Grab sich ebefalls auf dem Gelände befindet.
4 Burg Cēsis
Die Burg Cēsis zählt zu den wichtigsten mittelalterlichen Burganlagen Lettlands. Ihre Anfänge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Später wurde Cēsis zu einem bedeutenden Zentrum des Livländischen Ordens, bevor Kriege und Belagerungen ihre Spuren an der Anlage hinterließen. Heute können Besucher durch die erhaltenen Ruinen gehen, Türme besteigen und Teile der ehemaligen Burganlage erkunden. Direkt daneben liegt das im 18. Jahrhundert errichtete neue Schloss, in dem sich heute das Geschichts- und Kunstmuseum von Cēsis befindet. Die Lage mitten in der historischen Stadt macht es leicht, Burgbesuch und Altstadtrundgang miteinander zu verbinden.
5 Schloss Riga
Direkt an der Daugava und am Rand der Rigaer Altstadt steht das Rigaer Schloss. Die Geschichte des Bauwerks reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück; nach Zerstörungen und politischen Veränderungen wurde die Anlage mehrfach umgebaut und erweitert. Heute dient das Schloss als Amtssitz des lettischen Staatspräsidenten und erfüllt damit weiterhin eine politische Funktion. Von außen lässt es sich gut bei einem Spaziergang entlang des Daugava-Ufers betrachten. Nur wenige Schritte entfernt beginnen die Gassen der Rigaer Altstadt mit Dom, Drei Brüdern und weiteren historischen Bauwerken. Dadurch lässt sich das Schloss unkompliziert in einen Stadtrundgang einbauen.
6 Schloss Kadriorg
Nur wenige Kilometer östlich der Tallinner Altstadt liegt Schloss Kadriorg in einer großen Parkanlage. Zar Peter I. ließ die barocke Residenz ab 1718 für seine Frau Katharina I. errichten. Der Name Kadriorg bedeutet entsprechend „Katharinental“. Heute beherbergt das Schloss das Kadriorg-Kunstmuseum mit ausländischer Kunst aus mehreren Jahrhunderten. Vor dem Gebäude liegt ein geometrisch angelegter Blumengarten, dahinter erstreckt sich der wesentlich größere Kadriorg-Park mit Alleen, Teichen und Spazierwegen. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem das moderne Kumu Kunstmuseum. Damit lässt sich der Schlossbesuch gut mit einem längeren Aufenthalt im Kadriorg-Viertel verbinden.
Baltische Burgen und Schlösser als Filmdrehorte
Historische Architektur im Baltikum ist nicht nur für Reisende interessant. Mehrere Schlösser und Anlagen wurden bereits als Kulissen für internationale Film- und Fernsehproduktionen genutzt. Dabei müssen sie auf dem Bildschirm nicht zwangsläufig Estland, Lettland oder Litauen darstellen: Schloss Rundāle wurde beispielsweise zur kaiserlichen Kulisse, während Tallinn in einem Hollywood-Film kurzerhand Norwegen spielte.
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