Herzlich Willkommen an der nordirischen Küste
Zwischen Belfast und Derry/Londonderry führt die Causeway Coastal Route durch eine der interessantesten Regionen Nordirlands. Rund 190 Kilometer klingt zunächst nach einer Strecke, die sich bequem an einem Tag fahren lässt. Möglich ist das, doch dann bleibt wenig Zeit für das, was diesen Roadtrip eigentlich ausmacht: kleine Küstenorte, kurze Wanderungen, Burgruinen über dem Meer und spontane Stopps an Stränden oder Aussichtspunkten.
Zu den bekannten Stationen gehören der Giant’s Causeway, die Carrick-a-Rede Rope Bridge und Dunluce Castle. Mindestens genauso interessant sind die Kilometer dazwischen. Gerade an der Küste von County Antrim lohnt es sich, nicht ständig auf die Uhr zu schauen. Wer zwei oder drei Tage einplant, kann die Causeway Coastal Route wesentlich entspannter fahren und auch Abstecher einbauen.
Was ist die Causeway Coastal Route?
Die Causeway Coastal Route verbindet Belfast mit Derry/Londonderry und folgt dabei über weite Strecken der nordirischen Küste. Sie führt durch County Antrim, vorbei an kleinen Orten, Stränden, Klippen und einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Nordirlands. Die Strecke kann grundsätzlich in beide Richtungen gefahren werden.
Wer in Belfast startet, erreicht schon bald die Küste und fährt anschließend Richtung Norden. Besonders reizvoll wird die Strecke dort, wo die Straße näher ans Meer rückt und sich hinter Kurven immer wieder neue Ausblicke öffnen. Orte wie Glenarm, Cushendun, Ballycastle und Bushmills eignen sich für Pausen oder Übernachtungen.
Die eigentliche Strecke ist dabei nur ein Teil des Roadtrips. Mehrere Sehenswürdigkeiten liegen etwas abseits der direkten Route. Für den Slemish Mountain, Glenariff Forest Park oder die Dark Hedges sollte deshalb zusätzliche Zeit eingeplant werden.
Wer anschließend weiter nach Westen fährt, erreicht schließlich Derry/Londonderry. Von dort lässt sich eine längere Irland-Rundreise fortsetzen. Damit eignet sich die Causeway Coastal Route sowohl als eigener kurzer Roadtrip als auch als Abschnitt einer Reise durch Nordirland und Irland.
Die Highlights der Route
1 Giant's Causeway
Rund 40.000 Basaltsäulen treffen am Giant’s Causeway direkt auf die nordirische Küste. Entstanden sind sie vor etwa 60 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Einer alten Legende zufolge soll dagegen der Riese Fionn mac Cumhaill den Damm gebaut haben, um nach Schottland zu gelangen. Vom Besucherzentrum führen Wege hinunter ans Meer und weiter entlang der Küste.
2 Carrick-a-Rede
Die Carrick-a-Rede Rope Bridge verbindet das Festland mit einer kleinen Felseninsel vor der Küste. Schon seit Jahrhunderten nutzten Lachsfischer an dieser Stelle Seilbrücken, um ihre Fangplätze zu erreichen. Heute kommt man vor allem wegen des Weges entlang der Klippen und der Aussicht. Bei gutem Wetter reicht der Blick weit über die Küste und das Meer.
3 Dunluce Castle
Das Schloss Dunluce wirkt so als wäre es aus einem Märchen. Es thront auf den hohen Klippen über dem Atlantik. Es gibt zahlreiche Sagen und Legenden um die Ruinen des Dunluce Castle - angefangen bei verheerenden Stürmen bis hin zu tragischen Liebeslegenden und Geistergeschichten. Das Hauptgebäude des Schlosses wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Danach wurde um das Gebäude erbittert gekämpft. Dieser Kampf zwischen zwei irischen Clans gehört zur turbulentesten und blutigsten Epoche Nordirlands.
4 The Gobbins
Bei The Gobbins führt ein historischer Klippenpfad unmittelbar an der Küste von Islandmagee entlang. Brücken, Stege und in den Fels gebaute Passagen verlaufen teilweise direkt über dem Meer. Der Weg kann im Rahmen geführter Touren besucht werden. Wetterfeste Kleidung und feste Schuhe sind sinnvoll, denn Wind und Gischt gehören an diesem Küstenabschnitt häufig dazu.
5 Cushendun Caves
Die Cushendun Caves liegen direkt am Meer und sind vom kleinen Küstenort Cushendun nach einem kurzen Spaziergang erreichbar. Wasser und Erosion haben die Höhlen über lange Zeit aus dem Gestein geformt. Bekannt wurden sie später auch als Drehort von Game of Thrones. Der Abstecher lässt sich gut mit einer Fahrt entlang der Antrim Coast verbinden.
6 Old Bushmills Distillery
Nur wenige Kilometer vom Giant’s Causeway entfernt liegt die Old Bushmills Distillery. Whiskey wird in Bushmills seit Jahrhunderten hergestellt, und bei einer Führung lässt sich nachvollziehen, wie aus wenigen Grundzutaten der bekannte nordirische Whiskey entsteht. Wer sich für die Herstellung und Geschichte interessiert, kann den Besuch gut mit Giant’s Causeway und Dunluce Castle an einem Reisetag verbinden.
3 Gründe, um diesen Roadtrip entlang der nordirischen Küste zu machen
1 Die Küste bestimmt die Reise
Auf der Causeway Coastal Route fährt man nicht einfach von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Gerade die Abschnitte dazwischen bleiben in Erinnerung. Mal verläuft die Straße dicht am Wasser, wenig später führt sie zwischen grünen Hängen hindurch oder erreicht einen kleinen Hafenort.
Das Wetter verändert die Küste zusätzlich. Ein sonniger Morgen kann innerhalb kurzer Zeit in Wind und Regen übergehen. Statt die Reise zu stören, gehört dieser Wechsel ziemlich selbstverständlich zu Nordirland. Eine Regenjacke im Auto ist deshalb meist nützlicher als ein genau durchgetakteter Tagesplan.
2 Geschichte begegnet einem unterwegs ständig
Dunluce Castle ist nur das offensichtlichste Beispiel. Entlang der Route finden sich Burgen, alte Kirchen, historische Anwesen und Orte, deren Geschichte weit über das hinausgeht, was man bei einem kurzen Fotostopp erkennt.
Daneben spielen Erzählungen und Legenden eine große Rolle. Besonders am Giant's Causeway liegen Geologie und die Geschichte des Riesen Fionn mac Cumhaill selbstverständlich nebeneinander. Genau solche Hintergründe geben vielen Stopps mehr Kontext.
3 Kleine Orte gehören genauso zur Route
Wer nur Giant's Causeway, Carrick-a-Rede und Dunluce Castle anfährt, sieht die bekanntesten Sehenswürdigkeiten – aber nur einen Teil der Strecke. Ballycastle, Cushendun, Cushendall oder Glenarm sind gute Orte für eine Pause. Ein Café, ein Mittagessen oder ein Abend im Pub braucht keinen großen Programmpunkt. Gerade wenn man zwei oder drei Tage für die Route einplant, bleibt genug Zeit für solche Stopps, ohne dass anschließend die nächste Sehenswürdigkeit geschlossen ist, bevor man dort ankommt.
Weitere Entdeckungen entlang der Küste
Wer etwas mehr Zeit für seine Causeway Coastal Route Rundreise einplant, kann einige Abstecher ergänzen. Sie liegen nicht alle unmittelbar an der Küstenstraße, lassen sich aber gut mit einzelnen Etappen verbinden.
Glenarm Castle
Glenarm Castle liegt im gleichnamigen Küstenort und ist seit Jahrhunderten Sitz der Familie McDonnell. Für Besucher sind vor allem die umgebenden Gärten interessant. Ein Stopp passt gut an den Anfang oder das Ende einer Etappe entlang der Antrim Coast. Wer nicht viel Zeit hat, kann auch einfach durch Glenarm gehen und anschließend der Küstenstraße weiter Richtung Norden folgen.
Dark Hedges
Die Dark Hedges liegen bei Ballymoney und damit etwas abseits der eigentlichen Causeway Coastal Route. Die alte Buchenallee wurde im 18. Jahrhundert als Zufahrt zum Gracehill House angelegt. Durch Game of Thrones wurde der Ort international bekannt. Entsprechend voll kann es zeitweise werden. Wer die Allee sehen möchte, sollte den Abstecher bewusst einplanen und die geltenden Zufahrts- und Parkregelungen beachten.
Glenariff Forest Park
Wer zwischendurch aus dem Auto heraus möchte, findet im Glenariff Forest Park mehrere Wanderwege. Das Tal gehört zu den neun Glens of Antrim und unterscheidet sich deutlich von der offenen Küstenlandschaft. Wege führen durch Wald und entlang kleiner Flüsse und Wasserfälle. Je nach verfügbarer Zeit kann man einen kurzen Spaziergang oder eine längere Runde wählen. Nach mehreren Stunden auf der Straße ist das eine angenehme Unterbrechung.
Slemish Mountain
Der Slemish Mountain erhebt sich bei Ballymena deutlich aus der umliegenden Landschaft. Der erloschene Vulkan ist eng mit der geschichte des heiligen Patrick verbunden. Der Überlieferung zufolge arbeitete Patrick nach seiner Gefangennahme in dieser Gegend als Hirte.
Heute führt eine vergleichsweise kurze, stellenweise steile Wanderung auf den Berg. Von oben reicht der Blick weit über County Antrim. Bei Nässe können die Wege rutschig werden, gute Schuhe sind daher sinnvoll.
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