
Die Geschichte Spaniens
Die Anfänge der spanischen Geschichte reichen 1,3 Millionen Jahre zurück. Die Funde von Atapuerca beweisen, dass die frühesten Bewohner der Iberischen Halbinsel dort schon lebten. Nach diversen Invasionen verschiedenster Völker fielen 711 die Mauren über Nordafrika nach Spanien ein. Córdoba wurde dadurch die Hauptstadt des Westislamischen Reichs. Nachdem die Macht des Kalifats ab 1040 durch interne Auseinandersetzungen langsam zerbrach, begann die Reconquista, die Rückeroberung des Landes durch christliche Spanier. Ab dem 9. Jahrhundert wurden die Mauren nach und nach vertrieben. 1492 fiel die letzte Festung der Maurer, Granada, an katholische Monarchen. Im gleichen Jahr entdeckt Christoph Kolumbus, finanziert von der spanischen Krone, weitere Teile und Reichtümer der Welt.
Im Ersten Weltkrieg verhielt sich Spanien neutral und hatte aber mit politischen Unruhen und lähmenden Streiks zu kämpfen, die in einen Bürgerkrieg resultierten. Dieser Bürgerkrieg zwischen den Nationalisten, die durch Mussolini und Hitler unterstützt wurden, und den Republikanern (unsichere Allianz aus nationalen und internationalen Kommunisten und Anarchisten) war nach drei Jahren blutiger Auseinandersetzungen vorbei und ging als grausamste Auseinandersetzung der neuen Geschichte ein. Spanien wurde nach dem Bürgerkrieg zu einer Diktatur durch General Franco. Erst nachdem Franco im Jahr 1975 verstarb und Spanien vom Rest Europas isoliert gewesen war, begann die Zeit der Demokratie.
Nachdem die Autonomías gegründet wurden, trat Spanien 1986 als Mitglied in der Europäischen Union ein und machte den Euro zu seiner Währung.

Wer waren die Mauren?
Zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert wurden weite Teile Spaniens durch die Mauren, muslimische Eroberer aus Nordafrika geprägt, die bis heute ein kulturelles Erbe hinterlassen haben, was sichtbar und spürbar ist. Besonders bekannt ist der Einfluss der Mauren durch die einzigartige Baukunst, die diese auszeichnet. Filigrane Ornamentik, bunte Fliesen, prächtige Innenhöfe oder elegante Bögen zeichnen diese aus. Das wohl bekannteste Bauwerk aus der Zeit der Mauren ist die Alhambra in Granada. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Nasriden, der letzten muslimischen Dynastie Spaniens, errichtet und gilt als eines der besten Beispiele islamischer Architektur in Europa.

Die Alhambra gehört seit 1984 zum UNESCO-Welterbe und besteht aus den Nasridenpalästen, den berühmten Gärten und der Alcazaba (Festung). Ebenso beeindruckend sind die Mezquita in Còrdoba, eine Moschee die später zur Kathedrale wurde, und die Giralda in Sevilla.
Unter der maurischen Herrschaft erlebte Spanien eine Blütezeit der Wissenschaften. In Städten wie Córdoba, Toledo und anderen Städten wurden Mathematik, Astronomie und Medizin hoch entwickelt. Die Mauren bewahrten das Wissen der Antike und erweiterten es.
Auch die Küche Spaniens enthält bis heute Spuren der Mauren, denn noch heute werden Gewürze, wie Safran, Mandeln und Zitrusfrüchte verwendet.

Flamenco
Flamenco ist leidenschaftlich, aufregend und sinnlich. Der Tanz ist das wichtigste musikalische Erbe Spaniens. Die Tanzrichtung entwickelte sich aus den Klängen und Rhythmen der östlichen Kulturen. Doch auch andere Kulturen trugen zur Entstehung bei. Die Roma, Mauren, Juden und Christen gaben Elemente aus der musikalischen und tänzerischen Identität zum Flamenco und formten es so zu der uns heute bekannten Form. Seit 2010 gehört der Tanz zum immateriellen Kulturerbe. Berühmte Interpreten für die Lieder waren die Roma, auch Gitanos genannt. Der Flamenco besteht aus den Elementen Cante (Gesang), Toque (Gitarrenmusik) und Baile (Tanz).
Der Gesang ist oft intensiv und voller Schmerz, denn er erzählt aus dem Leben. Der Tanz ist ausdrucksstark, leidenschaftlich und kraftvoll. Er wird oft mit schnellen Fußbewegungen, Arm und Handgesten geprägt. Den Flamenco kann man am besten in Andalusien oder Madrid erleben. Dort gibt es Locations, die Tablaos, die professionelle Flamenco-Auftritte bieten.
Siesta oder Fiesta?
Die Siesta in Spanien ist weit mehr als nur ein Klischee. Sie ist ein fester Bestandteil der spanischen Lebensweise. In einem Land, in dem die Sonne mittags besonders intensiv scheint, ist es besser, sich mittags Zeit für eine Pause zu nehmen, um sich selbst zu schützen. Die Siesta ist keine Faulheit, sondern ein kulturelles Ritual. Zwischen 13:30 und 16:30 schließen in vielen kleineren Städten und Dörfern die Geschäfte, damit sich die Menschen vor Hitze und gesundheitlicher Erschöpfung schützen können. In den Großstädten wird dieses Ritual zwar weniger strikt eingehalten, aber auf dem Land ist sie oftmals noch verbreitet.
Nordspanien beeindruckt mit grüner Natur, spektakulären Küsten und kulturellen Highlights wie dem Jakobsweg, der durch Regionen wie Galicien, Asturien und das Baskenland führt. Die Mischung aus Bergen, Stränden und kulinarischen Traditionen macht den Norden besonders reizvoll.
Andalusien im Süden Spaniens begeistert mit maurischer Architektur, Flamenco, Sonne satt und Städten wie Sevilla, Granada und Córdoba. Die Region ist bekannt für ihre bewegte Geschichte, mediterrane Lebensfreude und eindrucksvolle Kulturschätze wie die Alhambra oder die Mezquita.
Die beste Reisezeit für Spanien hängt von der Region ab. Nordspanien besucht man am besten von Mai bis Oktober, wenn das Klima mild ist und sich Natur- sowie Küstenurlaub ideal kombinieren lassen. Für Andalusien empfehlen sich der Frühling (März–Mai) und der Herbst (September–November), da die Sommermonate extrem heiß werden können. Städtereisen und Kulturgenuss sind in der Nebensaison angenehmer.
Die Tapas-Kultur ist ein fester Bestandteil der spanischen Lebensart: kleine Gerichte, die gemeinsam geteilt und meist zu Getränken serviert werden. In vielen Bars, besonders im Süden, sind Tapas beim Getränk sogar kostenlos dabei. Die Vielfalt reicht von Tortilla bis Gambas al Ajillo und lädt zum geselligen, entspannten Essen ein. Tapas stehen für Gemeinschaft, Genuss und authentische spanische Gastfreundschaft.
Die spanische Kultur zeichnet sich durch eine Mischung aus historischen Einflüssen, regionaler Vielfalt und lebendigen Traditionen aus. Architektur von der Alhambra bis zur Sagrada Família, weltberühmte Künstler wie Picasso und Dalí sowie eine tiefe Leidenschaft für Musik, Tanz und Feste prägen das Land. Diese Vielfalt macht Spanien zu einem kulturell faszinierenden Reiseziel.

